Registerzählung

Registerzählung als Ersatz von Volks-, Gebäude-, Wohnungs- und Arbeitsstättenzählungen

Die Registerzählung steht in der Tradition der Volks-, Gebäude-, Wohnungs- und Arbeitsstättenzählungen, holt aber die Informationen nicht mehr direkt durch Befragung der Bevölkerung ein. Sie führt Informationen aus verschiedenen Verwaltungsregistern in eine Statistik zusammen.

Gemäß Verordnung (EG) Nr. 763/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Juli 2008 über Volks- und Wohnungszählungen Artikel 5 Abs. 1 sowie Registerzählungsgesetz BGBl. I Nr. 33/2006 vom 16. März 2006 fand im Jahr 2011 mit Stichtag 31.10 die erste Registerzählung statt.

Am 31.10.2021 findet die nächste Registerzählung statt.

Das Zentrale Melderegister bildet das Rückgrat der Registerzählung. Die anderen Basisregister sind das Gebäude- und Wohnungsregister, das Unternehmensregister und das Bildungsstandregister der Bundesanstalt Statistik Österreich sowie das Register des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger, die Daten des Arbeitsmarktservice und die Stammdaten der Abgabenbehörden des Bundes.

Die Merkmale der Registerzählungen orientieren sich an den traditionellen Volks- und Wohnungszählungen. Einige Merkmale wie z. B. der Beruf oder das Verkehrsmittel für das tägliche Berufs- und Schulpendeln können nicht erhoben werden, da sie unzureichend oder gar nicht in Registern vorkommen. Die Merkmale Religion und Umgangssprache dürfen ohne eigene Verordnung des zuständigen Bundesministers nicht erhoben werden.

Warum Registerzählung?

Zweck

Volkszählungen sind notwendig, um in regelmäßigen Intervallen einen genauen Überblick über den Bevölkerungsstand, die Anzahl der Gebäude, Wohnungen und Arbeitsstätten zu erhalten. Diese Daten werden von Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Medien und der Bevölkerung benötigt, um Vorhaben planen, durchführen und einschätzen zu können. Besonders wichtig ist die Ermittlung der Bevölkerungszahl für den Finanzausgleich zwischen Bund, Ländern und Gemeinden sowie der Bürgerzahl (= österreichische Staatsangehörige) für Wahlen.

Registerzählungen werden statt konventionellen Volkszählungen durchgeführt, weil

  • Registerzählungen viel kostengünstiger sind,
  • die Daten rascher verfügbar sind,
  • die Belastung der Bevölkerung entfällt,
  • in den verschiedenen Registern ohnedies viele der erfragten Daten verfügbar sind,
  • Zählungen alle 10 Jahre zu selten sind und eine Verkürzung des Intervalls bei traditioneller Erhebungsform viel zu teuer käme; ein Großteil der Daten kann mit dieser Methode jedoch jährlich erhoben werden (Abgestimmte Erwerbsstatistik). In Zukunft ist auch auf europäischer Ebene geplant, den Zensus in allen Mitgliedsländern jährlich durchzuführen.

Ziel

  • Durch optimale Nutzung bestehender Register und Verwaltungsdaten,
  • mittels Klärung der Definition der Gegenstände und Merkmale, nach Möglichkeit auch Harmonisierung,
  • mittels Verbesserung der Qualität der Register, soweit erforderlich und
  • mittels Verknüpfung der Register über eindeutige Identifikatoren

soll eine Registerzählung trotz fehlender primärstatistischer Erhebung ein bestmögliches Abbild der Realität zu vertretbaren Kosten liefern.

Welche Register werden verwendet?

Basisregister (Basisdaten)

  • ZMR - Zentrales Melderegister als Personenregister (BMI)
  • GWR - Gebäude- und Wohnungsregister (STAT)
  • UR – Unternehmensregister (einschl. LFR - Land- und Forstwirtschaftliches Betriebs- und Unternehmensregister) (STAT)
  • Dachverband der Sozialversicherungsträger (DVSV)
  • Steuerdaten (BMF)
  • AMS für Arbeitslose und Drittstaatsbeschäftigte (AMS)
  • BSR – Bildungsstandregister
  • Schüler- und Hochschülerbestände (STAT)

Ergänzungsregister (Vergleichsdaten), u.a.:

  • Familienbeihilfenregister (BMSG)
  • Personalinformationssystem des Bundes (BKA)
  • Personalinformationssysteme der Bundesländer
  • Zentrales Fremdenregister (BMI)
  • Daten der Sozialhilfeträger der Länder
  • Präsenz- bzw. Zivildiener-Datei (BMLV bzw. BMI)
  • KFZ-Register (BMI)

Datenschutz

Statistik Austria erhält und verarbeitet vollständig anonymisierte Datenbestände (§ 6 Abs. 2 RZG). Diese Datenbestände werden mit ebenfalls anonymisierten Datenbeständen anderer registerführender Einrichtungen mit Hilfe des bereichsspezifischen Personenkennzeichens „Amtliche Statistik“ (bPK AS) verknüpft (> Stammzahlenregisterbehörde).

Bei Statistik Austria können die Daten der Registerzählung daher nur mit dem verschlüsselten bPK AS in den Datenkörpern gespeichert werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben keinen Zugriff auf Vornamen oder Nachnamen der Personen. Durch die nicht rückführbare Anonymisierung können die zusammengeführten statistischen Informationen einzelner Personen (z.B. Erwerbsstatus, Geburtsland und Arbeitsort) auch nicht an Behörden, Ministerien, Gesundheitsdienstleister oder andere Institutionen der Verwaltung zurückübermittelt werden!

Auf diese Weise ist ein besserer Datenschutz gewährleistet als bei einer traditionellen Volkszählung, bei der Zählorgane, die derselben Gemeinde angehörten und oft ein Naheverhältnis durch Nachbarschaft oder Bekanntschaft zur gezählten Bevölkerung hatten, die Zählung durchführen und die Ergebnisse überprüfen mussten.

Nicht nur bei der Datenverarbeitung, auch bei der Veröffentlichung der Ergebnisse wird viel Augenmerk auf den Datenschutz gelegt. Auf Personenebene gibt es mitunter sehr seltene Merkmalskombinationen, die eine Rückführbarkeit zu einzelnen Personen ermöglichen könnten. Um dies zu verhindern, werden die Ergebnisse mit der Methode „Target Record Swapping“ verschmutzt, damit Einzelpersonen nicht identifiziert werden können.

Finanzausgleich

Jährliche Statistik des Bevölkerungsstandes gemäß Finanzausgleichsgesetz

Ergebnisse

Ergebnisse der Registerzählung 2011

Registerzählung - der Film

Begleiten Sie uns auf einer kurzen Reise von der traditionellen Volkszählung zur neuen Registerzählung! 

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Idee und Text: Team der Registerzählung / Konzept und Animation: Pascale Osterwalder
Sprecherin: Edith Wildmann / Ton und Musik: Lorenz Pichler.

Oder schauen Sie sich dieses Video direkt auf YouTube an.

Hier finden sie das Video als Druckversion (PDF, 2MB).

Dieses Video ist auch auf Englisch verfügbar –  this video is also available in English: Register-based Census 2011 – The Movie.

Kontakt

Fragen zur Registerzählung richten Sie bitte an:

registerzaehlung@statistik.gv.at

Telefonisch erreichen Sie uns über den allgemeinen Auskunftsdienst:  
+43 (1) 71128-7070 (Mo–Fr 9:00–16:00 Uhr)