FAQ - Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Registerzählung?

Die Registerzählung ist eine Vollerhebung der gesamten österreichischen Bevölkerung und ihrer Merkmale, sowie der Unternehmen, Arbeitsstätten, Gebäude und Wohnungen. Die Merkmale der Statistik werden nicht über Fragebögen bei den Personen selbst erhoben, sondern ausschließlich aus Verwaltungsregistern entnommen.

Seit wann gibt es die Registerzählung?

Die Volkszählung 2001 war die letzte konventionelle Volkszählung in Österreich, die über Fragebogen erhoben wurde. 2011 fand die erste Volks-, Gebäude und Arbeitsstättenzählung in Form einer registerbasierten Zählung statt.

Auf welchen rechtlichen Grundlagen basiert die Registerzählung?

  • Verordnung Nr. 763/2008 der Europäischen Union betreffend Volks- und Wohnungszählungen
  • Registerzählungsgesetz, BGBl. I Nr. 33/2006 idgF
  • Finanzausgleichsgesetz 2008 idgF
  • Bundesstatistikgesetz 2000 idgF
  • Datenschutzgesetz 2000 idgF
  • E-Government-Bereichsabgrenzungsverordnung 2004 idgF

Wann findet die nächste Registerzählung statt?

Der Stichtag der aktuellen Registerzählung ist am 31.10.2021, wobei sich die Datenlieferungen an Statistik Austria bis zum 30.04.2022 erstrecken.

Wann werden die verschiedenen Ergebnisse (Volkszählung, Arbeitsstättenzählung, Gebäude- und Wohnungszählung) veröffentlicht?

Mai 2023 – Veröffentlichung der Bevölkerungszahl der Registerzählung 2021

Zweites Halbjahr 2023 – Publikation der Detailergebnisse der Registerzählung 2021

Was versteht man unter einem bPK?

Im E-Government-Gesetz wurde die Möglichkeit geschaffen, Personendatensätze ohne Verwendung des Namens in Datenanwendungen völlig anonym zu handhaben. In der Folge wurde durch die Einführung des bereichsspezifischen Personenkennzeichens (bPK) ein Erhebungs- und Zusammenführungsverfahren entwickelt, das den direkten Personenbezug eliminiert und dennoch eine Verknüpfung erlaubt.

Das 172-stellige bPK AS (bereichsspezifischen Personenkennzeichen Amtliche Statistik) ist ein anonymisierter Personenidentifikator, der nur von Statistik Austria entschlüsselt werden kann. Dieser Personenidentifikator wird von der Stammzahlenregisterbehörde im Auftrag der registerführenden Einrichtung generiert und erlaubt keinerlei Rückschlüsse auf bestimmbare Personen.

Wie werden die Daten geschützt?

Statistik Austria erhält und verarbeitet vollständig anonymisierte Datenbestände (§ 6 Abs. 2 RZG). Diese Datenbestände werden mit ebenfalls anonymisierten Datenbeständen anderer registerführender Einrichtungen mit Hilfe des bPK AS verknüpft.

Bei Statistik Austria können die Daten der Registerzählung daher nur mit dem verschlüsselten bPK AS in den Datenkörpern gespeichert werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben keinen Zugriff auf Vornamen oder Nachnamen der Personen. Durch die nicht rückführbare Anonymisierung können die zusammengeführten statistischen Informationen einzelner Personen (z.B. Erwerbsstatus, Geburtsland und Arbeitsort) auch nicht an Behörden, Ministerien, Gesundheitsdienstleister oder andere Institutionen der Verwaltung zurückübermittelt werden!

Auf diese Weise ist ein besserer Datenschutz gewährleistet als bei einer traditionellen Volkszählung, bei der Zählorgane, die derselben Gemeinde angehörten und oft ein Naheverhältnis durch Nachbarschaft oder Bekanntschaft zur gezählten Bevölkerung hatten, die Zählung durchführen und die Ergebnisse überprüfen mussten.

Nicht nur bei der Datenverarbeitung, auch bei der Veröffentlichung der Ergebnisse wird viel Augenmerk auf den Datenschutz gelegt. Auf Personenebene gibt es mitunter sehr seltene Merkmalskombinationen, die eine Rückführbarkeit zu einzelnen Personen ermöglichen könnten. Um dies zu verhindern, werden die Ergebnisse mit der Methode „Target Record Swapping“ verschmutzt, damit Einzelpersonen nicht identifiziert werden können.

Was sind die Erhebungsgegenstände der Registerzählung?

Die Registerzählung kennt drei originäre Erhebungsgegenstände, mit weiteren daraus abgeleiteten Gegenständen:

Volkszählung

  • Personen 
    (Haushalte, 
    Familien)

Arbeitsstättenzählung

  • Unternehmen
  • Arbeitsstätten

Gebäude- und Wohnungszählung

  • Gebäude
  • Wohnungen

Welche Merkmale werden durch die Registerzählung erhoben?

Demographie:

    • Geschlecht
    • Alter
    • Staatsangehörigkeit
    • Familienstand
    • Geburtsland
    • Jahr der Ankunft in Österreich
    • üblicher Aufenthaltsort ein Jahr zuvor

Bildung:

    • Bildungsniveau (national und international)
    • Ausbildungsfeld (national und international
    • Wichtigste laufende Ausbildung

Haushalte, Familien:

    • Typ des Haushaltes
    • Stellung im Haushalt
    • Größe des Haushaltes
    • Typ der Kernfamilie
    • Stellung in der Familie
    • Größe der Kernfamilie
    • Anzahl der Kinder

Pendlerinnen und Pendler:

    • Pendeltyp (Erwerbstätige oder Schülerinnen, Schüler, Studierende)
    • Entfernungskategorie
    • Distanz
    • Wegzeit

Erwerbsmerkmale:

    • Erwerbsstatus
    • Stellung im Beruf
    • Beruf
    • Geringfügige Beschäftigung
    • Voll-/Teilzeitbeschäftigung

Arbeitsstätten:

    • Unternehmen
    • Arbeitsstätten
    • ÖNACE
    • Rechtsform des Unternehmens bzw. Zuordnung zum Unternehmen
    • Anzahl der selbständig Beschäftigten
    • Anzahl der unselbständig Beschäftigten

Gebäude und Wohnungen:

    • Gebäudetyp
    • Gesamtnutzfläche
    • Bauperiode
    • Gebäudeeigentümertyp
    • Nutzflächen nach Nutzungsart
    • Ausstattung
    • Anzahl der Bewohner
    • Nutzungsart
    • Art der Unterkunft
    • Unterbringungsform
    • Anzahl der Räume

Welche Merkmale können durch die Registerzählung nicht erhoben werden?

Zu den nicht mehr bzw. nur eingeschränkt erhebbaren Merkmalen zählen:

  • Beruf (wird nur auf Bundeslandebene dargestellt)
  • Umgangssprache: ist in keinem Verwaltungsregister enthalten, könnte aber aufgrund einer Verordnung des zuständigen Bundesministers gemäß § 1 Abs. 3 RZG personenbezogen erhoben werden.
  • Religionszugehörigkeit: könnte aufgrund einer Verordnung des zuständigen Bundesministers gemäß § 1 Abs. 3 RZG nicht personenbezogen erhoben werden.
  • Pendelhäufigkeit und Verkehrsmittel für die Pendelzielstatistik sind in keinem Register enthalten und damit auch nicht darstellbar.

Was ist die Datenquelle der Registerzählung?

Eine ganze Reihe von bestehenden Verwaltungsregistern. In Österreich stützt sich die Registerzählung auf 15 Registerbereiche, wobei zwischen Basisregistern und Vergleichsregistern unterschieden wird. Vergleichsregister werden zur Qualitätssicherung der Basisdaten herangezogen, durch sie kann die Richtigkeit und Vollständigkeit der Erhebungsmerkmale überprüft werden.

Basisregister:

  • Zentrales Melderegister (ZMR)
  • Daten des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger (DV)
  • Steuerdaten
  • Daten des Arbeitsmarktservices (AMS)
  • Bildungsstandregister
  • Schul- und Hochschulstatistik
  • Gebäude- und Wohnungsregister (GWR)
  • Unternehmens- und Land- und forstwirtschaftliches Register

Vergleichsregister:

  • Fremdenregister
  • Dienstgeberdaten des Bundes und der Länder
  • Sozialhilfedaten der Länder
  • Familienbeihilferegister
  • Zivildienerdatei
  • Präsenzdienerdatei
  • Zentrale Zulassungsevidenz

Sämtliche von den verschiedenen Registern und Verwaltungsdateninhabern gelieferten Daten der Volkszählung wurden über das „bereichsspezifische Personenkennzeichen Amtliche Statistik“ (bPK AS) miteinander verknüpft.

Was passiert mit Datenlücken?

Bestehende Lücken in den verfügbaren Register- und Verwaltungsdaten werden durch fundierte Schätzungen geschlossen. Diese werden mit Hilfe geeigneter statistischer Verfahren durchgeführt.

Worin besteht der Unterschied zwischen Registerzählung und Volkszählung?

Kein Unterschied. Der Begriff Registerzählung verweist nur auf die spezielle Methode, wie die Daten erhoben werden.

Warum gibt es keine Befragung der Bürger mehr? / Warum gibt es keine Volkszählung mehr?

Die Volkszählung gibt es weiterhin. Es ändert sich nur die Methode, wie die Daten erhoben werden. Nämlich nicht mehr über Fragebogen, sondern direkt über die vorliegenden Daten aus den Verwaltungsregistern. Diese neue Methode ist kostengünstiger als die alte, im Verhältnis 1:7.

Wozu brauchen wir überhaupt eine Registerzählung?

Volkszählungen sind notwendig, um alle zehn Jahre einen genauen Überblick über den Bevölkerungsstand, die Anzahl der Gebäude, Wohnungen und Arbeitsstätten zu erhalten. Diese Daten werden von Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Medien und der Bevölkerung benötigt, um Vorhaben planen, durchführen und einschätzen zu können. Besonders wichtig ist die Ermittlung der Bevölkerungszahl für den Finanzausgleich zwischen Bund, Ländern und Gemeinden sowie der Bürgerzahl (= österreichische Staatsangehörige) für Wahlen.

Vor- und Nachteile der Methode Registerzählung:

Vorteile:

Registerzählungen werden statt konventionellen Volkszählungen durchgeführt, weil

  • Registerzählungen viel kostengünstiger sind,
  • die Belastung der Bürgerinnen und Bürger durch die Befragung entfällt,
  • in den verschiedenen Registern ohnedies viele der erfragten Daten verfügbar sind,
  • Zählungen alle 10 Jahre zu selten sind und eine Verkürzung des Intervalls bei traditioneller Erhebungsform viel zu teuer käme; ein Großteil der Daten kann mit dieser Methode jedoch jährlich erhoben werden (Abgestimmte Erwerbsstatistik).

Nachteile:

  • Abhängigkeit von verschiedensten Behörden, um Qualität und Aktualität von Registern zu erhalten bzw. zu erreichen
  • Gesetzliche Lieferfrist der Datenlieferanten, bis zu acht Monate nach dem Stichtag
  • Die Veröffentlichung von detaillierten Auswertungen ist manchen Fällen schwierig oder sogar unmöglich, da nur begrenzte Informationen vorliegen.

Findet die Registerzählung 2021 nur in Österreich statt?

In allen Ländern der Europäischen Union gibt es im Jahr 2021 eine Volks- und Wohnungszählung. Registerbasierte Zählungen finden in einer Reihe von Ländern statt. U. a. in Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Slowenien.

Wo finde ich die Ergebnisse der Registerzählung?

Die Ergebnisse werden in Form von Publikationen, Tabellen, Grafiken, Karten auf der Homepage sowie im STATatlas und in der statistischen Datenbank STATcube veröffentlicht. Außerdem sind sie auch im Open Data Portal Statistik Austria enthalten.

Die Ergebnisse der Registerzählung (Volkszählung) und der Abgestimmten Erwerbsstatistik finden Sie hier: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/volkszaehlungen_registerzaehlungen_abgestimmte_erwerbsstatistik/index.html

Die Ergebnisse der Arbeitsstättenzählung finden Sie hier:

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/wirtschaft/unternehmen_arbeitsstaetten/unternehmen_ab_az_2011/index.html

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/wirtschaft/unternehmen_arbeitsstaetten/arbeitsstaetten_ab_az_2011/index.html

Die Ergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählung finden Sie hier:

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/wohnen/wohnungs_und_gebaeudebestand/index.html

Wo kann ich weitere Fragen stellen oder Sonderauswertungen beauftragen?

Fragen zur Registerzählung oder Bestellungen für Sonderauswertungen aus den Daten richten Sie bitte an:

registerzaehlung@statistik.gv.at

Telefonisch erreichen Sie uns über den allgemeinen Auskunftsdienst:  
+43 (1) 71128-7070 (Mo–Fr 9:00–16:00 Uhr)